Start / Ansteuerung
Ansteuerung: analog und digital
Ein Antrieb braucht jemanden, der ihm sagt, wohin er stellen soll. Das kann ein Taster am Stellpult sein oder ein Decoder, der auf die Befehle der Digitalzentrale hört.
Analog schalten
Im Analogbetrieb führt von jedem Antrieb eine eigene Leitung zum Stellpult. Was dort sitzen muss, hängt von der Antriebsart ab.
| Antrieb | Bedienelement | Darauf kommt es an |
|---|---|---|
| Doppelspule | Zwei Taster oder ein Stellpult mit Momentkontakt | Nur kurz drücken. Ein Schalter mit Dauerkontakt ist nur bei Antrieben mit Endabschaltung zulässig. |
| Motor | Umschalter, der die Polung wechselt, oder das Schaltgerät des Herstellers | Die Spannung muss anliegen, bis die Endlage erreicht ist. |
| Servo | Schalter oder Taster an der Servo-Elektronik | Die Elektronik erzeugt das Steuersignal; Endlagen und Tempo werden dort eingestellt. |
Digital schalten
Im Digitalbetrieb übernimmt ein Weichendecoder – auch Zubehör- oder Schaltdecoder genannt – die Rolle des Tasters. Er hängt am Digitalsignal, bekommt für jede Weiche eine Adresse und stellt den Antrieb, sobald die Zentrale diese Adresse anspricht. Bedient wird am Handregler, an der Zentrale oder am Bildschirm einer Steuerungssoftware.
Der Decoder muss zum Antrieb passen
- Doppelspule: Decoder mit Impulsausgängen.
- Motor: Decoder, der die Spannung lange genug und in der richtigen Polung liefert.
- Servo: Servodecoder mit Servo-Ausgängen.
Manche Antriebe bringen den Decoder schon mit. Dann genügt der Anschluss ans Gleis oder an die Ringleitung – eine zusätzliche Leitung zum Stellpult entfällt.
Datenformat
Decoder und Zentrale müssen dasselbe Datenformat sprechen. Verbreitet sind DCC und das Märklin-Motorola-Format; viele Decoder verstehen beide.
Stromversorgung
Weichendecoder können ihren Schaltstrom aus dem Digitalsignal beziehen oder aus einer eigenen Versorgung. Bei vielen Antrieben entlastet die eigene Versorgung die Zentrale, sodass deren Leistung den Zügen bleibt.
Fahrstraßen
Eine Fahrstraße stellt mit einem Befehl alle Weichen, die ein Zug auf seinem Weg braucht – etwa vom Einfahrsignal bis zum Bahnsteiggleis. Im Analogbetrieb lässt sich das mit einer Diodenmatrix am Stellpult lösen: Ein Taster gibt den Schaltimpuls über Dioden an mehrere Antriebe zugleich. Im Digitalbetrieb speichert die Zentrale oder eine Steuerungssoftware die Fahrstraße und schaltet die Weichen nacheinander.
Bei Doppelspulenantrieben summieren sich die Schaltströme, wenn viele Weichen gleichzeitig umlaufen. Schaltet die Zentrale sie mit kurzem Abstand nacheinander, bleibt die Stromversorgung stabil.
Verkabelung
- Farben durchhalten: Für jede Funktion eine Kabelfarbe – etwa eine für „gerade“, eine für „Abzweig“ und eine für den Rückleiter. Das spart später die Fehlersuche.
- Rückleiter bündeln: Doppelspulenantriebe teilen sich einen gemeinsamen Rückleiter. Er führt den Strom aller Antriebe und sollte entsprechend kräftig sein.
- Beschriften: Jede Weiche bekommt eine Nummer, die am Antrieb, am Kabel und am Stellpult oder in der Decoderadresse wiederkehrt.
- Trennbar bleiben: Steckverbinder oder Klemmleisten unter der Anlage erlauben es, einen Antrieb auszubauen, ohne Kabel zu durchtrennen.
Rückmeldung der Weichenlage
Die Zentrale weiß zunächst nur, welchen Befehl sie gesendet hat – nicht, ob die Weiche ihm gefolgt ist. Antriebe mit Lagekontakten melden die tatsächliche Stellung zurück: an Leuchtanzeigen im Stellpult oder über einen Rückmeldebaustein an die Zentrale. Für automatischen Betrieb mit Fahrstraßen ist das eine wertvolle Absicherung.
Herzstück polarisieren
Ein leitendes Herzstück gehört im Zweileiterbetrieb elektrisch je nach Weichenlage zur linken oder zur rechten Schiene. Deshalb wird es zusammen mit der Weiche umgeschaltet:
- über einen Umschaltkontakt am Antrieb, den viele motorische Antriebe mitbringen,
- über ein Relais, das parallel zum Antrieb schaltet,
- oder über einen Decoder mit Relaisausgang.
Der Umschaltkontakt wird so angeschlossen: Mittelkontakt an das Herzstück, die beiden Außenkontakte an die linke und die rechte Schiene. Stimmt die Zuordnung nicht, gibt es beim Befahren einen Kurzschluss – dann die beiden Außenkontakte tauschen.
Nicht bei jedem Gleis nötig: Weichen mit isoliertem Herzstück und Gleise mit Mittelleiter brauchen keine Polarisierung. Mehr dazu unter Weichen.
Digitale Antriebe im Katalog
Elektrische Antriebe aus unseren Produktdatenbanken, die „Digital“ oder „Decoder“ im Namen tragen. Alle weiteren stehen im Katalog.


Viessmann · 45558
H0 Motorischer Weichenantrieb Märklin/Trix C-Gleis mit Decoder + Laterne
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Uhlenbrock · 81310
Mini-Servoantrieb mit integriertem Digitaldecoder
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