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Weichen: Aufbau und Bauformen

Eine Weiche verzweigt ein Gleis, ohne dass der Zug anhalten muss. Wer weiß, wie sie aufgebaut ist, versteht auch, was ein Weichenantrieb leisten muss – und warum das Herzstück bei manchen Weichen eigens verdrahtet wird.

So ist eine Weiche aufgebaut

Der Blick von oben zeigt die fünf Bauteile, die bei jeder Weiche wiederkehren. Bewegt werden nur die Zungen – alles andere liegt fest.

  1. Backenschienen Die beiden äußeren, durchgehenden Schienen der Weiche.
  2. Zungen Die beweglichen Schienen. Je nach Stellung liegt die eine oder die andere Zunge an ihrer Backenschiene an und lenkt die Räder in den geraden oder den abzweigenden Fahrweg.
  3. Stellschwelle Auch Stellstange: Sie verbindet beide Zungen, sodass sie sich gemeinsam bewegen. Hier greift der Weichenantrieb an.
  4. Herzstück Die Stelle, an der sich die inneren Schienen der beiden Fahrwege kreuzen.
  5. Radlenker Kurze Führungsschienen gegenüber dem Herzstück. Sie halten den Radsatz in der Spur, während das andere Rad die Lücke im Herzstück überquert.
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Einfache Weiche von oben, Zungen in gerader Stellung.

Bauformen

Zu jeder Bauform stehen Beispiele in Spur H0 aus unserer Produktdatenbank h0.eu dabei. Beispiele für N, TT und Z findest du auf den Seiten der Spurweiten.

Einfache Weiche

Ein Gleis verzweigt sich in zwei: einen geraden Strang und einen Abzweig nach links oder rechts. Sie ist die häufigste Bauform und braucht einen Antrieb.

Beispiele im Katalog

Bogenweiche

Beide Stränge liegen im Bogen. Bei der Innenbogenweiche zweigt der zweite Strang zur Bogeninnenseite ab, bei der Außenbogenweiche zur Außenseite. Bogenweichen sparen Platz, weil die Weiche schon im Gleisbogen liegen kann.

Beispiele im Katalog

Kreuzungsweiche

Eine Kreuzung, auf der Züge zusätzlich das Gleis wechseln können. Die einfache Kreuzungsweiche (EKW) erlaubt den Übergang auf einer Seite, die doppelte Kreuzungsweiche (DKW) auf beiden. Je nach Bauart haben Modell-DKW einen oder zwei Antriebe.

Beispiele im Katalog

Kreuzung

Zwei Gleise kreuzen sich, ohne dass ein Zug das Gleis wechseln kann. Eine Kreuzung hat keine Zungen und braucht deshalb keinen Antrieb.

Beispiele im Katalog

Abzweigwinkel und Radius

Zwei Maße beschreiben, wie eine Weiche abzweigt: der Abzweigwinkel und der Radius des abzweigenden Strangs. Sie stehen im Katalog des Gleissystems und entscheiden über zweierlei.

  • Platzbedarf: Weichen mit kleinem Winkel und großem Radius – oft „schlanke Weichen“ genannt – sind länger. Sie wirken vorbildnäher, weil auch beim Vorbild die Züge nur sanft abgelenkt werden.
  • Fahreigenschaften: Lange Fahrzeuge und geschobene Züge laufen über schlanke Weichen ruhiger. Enge Weichen sparen Platz, verlangen aber Fahrzeuge, die den kleinen Radius vertragen.

Innerhalb eines Gleissystems sind Winkel, Radien und Längen aufeinander abgestimmt, damit Parallelgleise und Gleiswechsel ohne Zuschnitt aufgehen.

Das Herzstück: isoliert oder polarisiert

Im Herzstück treffen die Schienen beider Fahrwege aufeinander – beim Zweileitersystem also Schienen mit entgegengesetzter Polarität. Dafür gibt es zwei Lösungen.

  • Isoliertes Herzstück: Das Herzstück besteht aus Kunststoff oder ist elektrisch getrennt. Es muss nichts verdrahtet werden. Dafür ist die Stelle stromlos: Kurze Loks mit wenigen Stromabnehmern können bei langsamer Fahrt darauf stehen bleiben.
  • Polarisiertes Herzstück: Das Herzstück ist aus Metall und leitet Strom. Seine Polarität muss zur Weichenlage passen und wird beim Stellen mit umgeschaltet – meist über einen Umschaltkontakt am Weichenantrieb. Die Stromabnahme ist dann lückenlos.

Mittelleitersystem: Bei Gleisen mit Mittelleiter, etwa von Märklin, kommt der Fahrstrom über die Punktkontakte in der Gleismitte. Beide Schienen haben dieselbe Polarität, eine Herzstückpolarisierung entfällt.

Wie die Polarisierung angeschlossen wird, steht unter Ansteuerung.

Von Hand oder elektrisch

Viele Weichen werden als Handweiche geliefert: Ein kleiner Stellhebel an der Weiche bewegt die Zungen. Die meisten Gleissysteme sehen vor, dass sich ein elektrischer Antrieb nachrüsten lässt – zum Anstecken an die Weiche, zum Einsetzen in die Bettung oder für den Einbau unter der Anlage. Manche Weichen gibt es auch fertig mit Antrieb.

Welche Antriebe es gibt, steht unter Antriebsarten, die Montage unter Einbau.

Gleise und Weichen im Katalog

Jede unserer Produktdatenbanken führt Gleise und Weichen in einer eigenen Kategorie.

Gleissysteme in Spur H0