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Einbau: Oberflur, Bettung, Unterflur

Wo der Antrieb sitzt, entscheidet über Aufwand und Aussehen. Sichtbar neben der Weiche geht es am schnellsten, unter der Anlagenplatte verschwindet die Technik ganz.

Oberflur

Der Antrieb wird seitlich an die Weiche gesteckt oder daneben auf die Platte geschraubt. Er ist für ein bestimmtes Gleissystem gebaut und greift direkt in die Stellschwelle.

  • In wenigen Minuten montiert, jederzeit zugänglich.
  • Bleibt sichtbar – im Bahnhofsbereich stört das mehr als im Schattenbahnhof.
  • Braucht seitlich Platz, was bei engen Gleisabständen eng werden kann.

Unterflur

Der Antrieb sitzt unter der Anlagenplatte. Ein Stelldraht führt durch eine Bohrung nach oben in die Stellschwelle.

  • Von oben ist nichts zu sehen.
  • Unabhängig vom Gleisabstand – auch in dichten Weichenstraßen.
  • Mehr Aufwand: bohren, von unten montieren, Stellweg einstellen.

In der Bettung

Bei manchen Gleissystemen mit Bettung gibt es eine dritte Möglichkeit: Der Antrieb wird von unten in den Hohlraum der Bettung eingesetzt. Er ist dann weder zu sehen, noch muss die Anlagenplatte gebohrt werden. Das funktioniert nur mit dem Antrieb, den der Hersteller für dieses Gleis vorsieht.

Für Gleise ohne Bettung, die nachträglich eine Böschung bekommen, bieten Hersteller teils passende Bettungssockel für den Antrieb an.

Unterflurantrieb einbauen – der Ablauf

Die Einzelheiten unterscheiden sich je nach Antrieb; maßgeblich ist die Anleitung des Herstellers. Der Ablauf ist aber fast immer derselbe.

  1. Lage festlegen

    Weiche an ihrem Platz ausrichten und die Mitte der Stellschwelle auf der Anlagenplatte anzeichnen.

  2. Durchbruch bohren

    Unter der Stellschwelle eine Bohrung oder ein Langloch anbringen, groß genug für den vollen Weg des Stelldrahts.

  3. Zungen in Mittelstellung

    Zungen und Antrieb in die Mitte ihres Stellwegs bringen, damit der Weg nach beiden Seiten gleich ist.

  4. Antrieb ansetzen

    Stelldraht von unten durch die Bohrung in die Stellschwelle führen und den Antrieb so ausrichten, dass der Draht senkrecht steht.

  5. Befestigen und einstellen

    Antrieb festschrauben. Stellweg prüfen: Beide Zungen müssen in ihrer Endlage sauber anliegen, ohne dass der Antrieb mit Gewalt drückt.

  6. Anschließen

    Antrieb nach Anleitung verdrahten und zunächst provisorisch schalten – so zeigt sich, ob die Stellrichtung zur Tastenbelegung passt.

  7. Probefahrt

    Weiche mehrfach stellen und mit dem empfindlichsten Fahrzeug in beiden Richtungen befahren. Erst dann den Stelldraht oben bündig kürzen.

Vor dem Kauf prüfen

  • Gleissystem: Antriebe zum Anstecken und für die Bettung passen nur an das Gleis, für das sie gebaut sind – oft getrennt nach linker und rechter Weiche.
  • Plattenstärke: Beim Unterflureinbau muss der Stelldraht lang und steif genug für die Dicke der Anlagenplatte samt Gleisunterlage sein.
  • Stellweg: Der Weg des Antriebs muss zum Weg der Zungen passen oder sich einstellen lassen.
  • Platz unter der Anlage: Rahmenleisten, Kabelkanäle und benachbarte Antriebe können im Weg sein.
  • Kontakte: Für ein polarisiertes Herzstück oder eine Rückmeldung braucht der Antrieb Umschaltkontakte – siehe Ansteuerung.
  • Zugänglichkeit: Antriebe sollen auch nach dem Landschaftsbau noch erreichbar sein.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Zungen liegen nicht an: Der Stellweg ist zu kurz oder der Antrieb sitzt nicht mittig. Antrieb lösen, in Mittelstellung neu ausrichten.
  • Antrieb drückt zu stark: Ist der Stellweg zu lang, biegt sich die Stellschwelle oder die Zunge hebt sich. Stellweg verringern oder einen federnden Stelldraht verwenden, der den Überweg aufnimmt.
  • Stelldraht klemmt: Die Bohrung ist zu eng oder sitzt nicht unter der Stellschwelle. Ein Langloch quer zum Gleis gibt dem Draht den nötigen Raum.
  • Stelldraht gibt nach: Bei dicken Platten federt ein zu dünner Draht, statt die Zungen zu bewegen. Dann hilft ein steiferer Draht oder ein Führungsröhrchen in der Bohrung.
  • Weiche verklebt: Beim Schottern gelangt Kleber an Zungen und Stellschwelle. Diesen Bereich nur sparsam schottern und die Weiche bewegen, solange der Kleber abbindet.
  • Antrieb nicht mehr erreichbar: Nachträgliche Rahmenteile oder Landschaft versperren den Zugang. Antriebe vor dem Geländebau testen und die Stelle zugänglich halten.

Schottern rund um die Weiche

Die beweglichen Teile einer Weiche vertragen weder Schotter noch Kleber. Zwischen den Zungen, unter der Stellschwelle und am Durchbruch für den Stelldraht bleibt das Schotterbett deshalb frei oder wird nur angedeutet. Wer unterflur einbaut, deckt die Bohrung vor dem Schottern ab, damit nichts in den Antrieb rieselt.

Was du zum Einbau brauchst

Für einen Antrieb zum Anstecken genügen meist ein kleiner Schraubendreher und die Anleitung. Für den Unterflureinbau kommen eine Bohrmaschine mit passendem Bohrer, ein Seitenschneider für den Stelldraht und eine Pinzette hinzu. Hilfreich ist ein zweites Paar Hände oder ein Spiegel, um von unten die Lage des Antriebs zu kontrollieren.

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Tillig 86112: Gleis Elite Motorischer Unterflurweichenantrieb H0

Tillig · 86112

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